Donnerstag, 28. Juli 2016

Gewonnen! Die LovelyBox ist eingezogen

Wow, was habe ich mich gefreut, als ich am Montag eine E-Mail bekam, dass ich zu den glücklichen Gewinnern der LovelyBox gehöre! Und gestern klingelte dann auch schon der Postbote und brachte mir ein großes Packet ^_^

Hach, war das aufregend, es auf zu machen. Und der Inhalt verspricht absolut spannende Unterhaltung für die noch vor mir liegenden Urlaubswochen: 
Mit dem ersten Buch habe ich dann auch gestern direkt losgelegt.

Vielen Dank liebes Lovelybook-Team für diese tolle Überraschung!



Frau Schafski

Dienstag, 26. Juli 2016

Die Jagt geht weiter

Fast nahtlos dockt der zweite Teil der Post-Mortem-Reihe an die Handlung des ersten Teils an. Auch hier folgt der Leser den gewohnten zwei Erzählperspektiven: Avram Kuyper und Emilia Ness. Dieses Mal braucht es keine lange Einführung: So folgen wir Avram direkt bei einem brisanten Killerauftrag und Emilia findet dank eines anonymen Hinweises die nächste verstümmelte Leiche.

Rasant bleibt es auch danach. Mark Roderick kommt bei seinem zweiten Buch so richtig in Fahrt. Da wird nicht mehr lange rumgefackelt, es geht von einer spannungsreichen Sequenz zur nächsten und immer tiefer in den Sumpf der Snuff-Videos. Die dargestellten Szenen sind zwar immer noch brutal, werden jedoch nicht mehr ganz so explizit beschrieben. Das macht es für den Leser erträglicher. Allerdings verliert sich der Autor zwischenzeitlich in seinem Übermut, bastelt immer neue Handlungsstränge hinzu, sodass der Leser sich streckenweise fragt, ob das jetzt nicht des Guten zu viel ist. Insbesondere Avram manövriert sich von einem Schlamassel in den nächsten, seine Situation erscheint regelmäßig völlig aussichtslos, um dann durch einen glücklichen Zufall in Luft aufgelöst zu werden. Leider wirkt das etwas zu konstruiert. Auf der anderen Seite kämpft Emilia seitenlang mit ihren familiären Probleme und einer furchtbar zickigen pubertierenden Tochter, die auch dem Leser schwer auf den Keks geht. Wäre die Relevanz für die Story ersichtlich, wäre das vielleicht nicht so störend - das ist sie aber nicht.

Zum Ende nimmt die Handlung wieder extrem an Fahrt auf. Über etwa 50 Seiten folgt der Leser atemlos dem Geschehen. Doch wie auch beim ersten Teil endet das Buch abrupt, es ist klar, dass es noch (mindestens) einen weiteren Band geben muss.

Fazit: Lässt sich besser lesen als der erste Teil, da die Handlung weniger Längen hat. Aber für meinen Geschmack gibt es streckenweise zu viele Handlungsstränge, zu viele glückliche Zufälle, die diese wieder auflösen. Und Emilias Familiengeschichten sind einfach nur anstrengend.

Hard Facts:
FISCHER Taschenbuch
ISBN: 9783596031436
528 Seiten

Noch eine kleine Anmerkung: Da ich das Buch bereits wieder gegen ein anderes eingetauscht und zuvor vergessen habe, ein Foto zu machen, greife ich heute ausnahmsweise mal auf das Cover zurück, das der Verlag zur Verfügung stellt.

Frau Schafski

Sonntag, 24. Juli 2016

Mörder und Ermittler auf einer einsamen Insel

Auch im zweiten Teil ist David Hunter unterwegs im Auftrag, die Geschichten der Toten zu enthüllen. Ruhelos hetzt er von einem Tatort zum nächsten, vergräbt sich in seiner Arbeit und hat Probleme, seiner Beziehung mit Jenny die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Dieses Mal verschlägt es ihn auf eine einsame, unwirtliche Insel im Norden Schottlands. Dort wurde eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche gefunden. Was zunächst nach einer regulären Expertise aussieht, entpuppt sich zu einem wahrlichen Horrortrip ...

So weit so gut. Samuel Beckett hat ein großes Talent für schaurige Kriminalgeschichten und stimmungsvolle Settings. Denn kaum ist Hunter auf der Insel angekommen, gibt es weitere Vorfälle, weitere Tote, viele Verdächtige. Darüber hinaus zieht ein Sturm herauf, mit dessen Zunahme an Intensität auch die Handlung immer mehr an Fahrt aufnimmt. Der geübte Leser erkennt schnell die Parallelen zwischen den Launen der Natur und ahnt die nächste Katastrophe stets voraus. Das ist gute Unterhaltung und wird selten langweilig. Leider ähnelt der Handlungsverlauf insgesamt zu sehr dem des ersten Teils, sodass schnell verschiedene Geschehnisse vorauszusehen sind. Zu sehr ist der verwöhnte Leser bereits eine unerwartete Wendung aus der Feder Becketts gewohnt. Insofern droht bei der endgültigen Auflösung etwas Enttäuschung, auch wenn Becketts Motivzusammenhänge erneut verstrickt und dabei völlig schlüssig sind.

Fazit: Solider Krimi, der für den Leser als Co-Ermittler kurzweilig ist. Wer bereits den ersten Teil gelesen hat, droht allzu schnell selbst auf die Lösung des Falls zu kommen. Aber es wäre nicht Beckett, wenn er ganz zum Schluss nicht noch ein letztes Ass aus dem Ärmel schütteln würde ;)

Hard Facts:
Band 2 der David-Hunter-Reihe
ISBN: 978-3-499-24195-6
431 Seiten

Frau Schafski

Donnerstag, 21. Juli 2016

Neuzugänge im Juli Part II

Sehr ruhig war es zwei Wochen lang auf dem Blog. Das lag vor allem daran, dass ich mir vergangene Woche so eine richtig schöne Sommergrippe eingefangen hatte und vier Tage das Bett gehütet habe. Zum Glück konnte ich an den meisten Tagen trotzdem lesen, sodass ich nun einiges an Rezensionen nachzuholen habe. Das ist aber nicht weiter schlimm, morgen ist mein letzter Arbeitstag, danach folgen drei Wochen wunderbare Freiheit und ganz viel Lesezeit. In den letzten Wochen sind noch dazu mehrere neue Bücher bei mir eingezogen.
Da wäre beispielsweise das Buchpaket vom Piper Verlag, das ich bei der Maestra-Monatschallenge auf Lovelybooks gewonnen habe. Darin befand sich luftig leichte Sommerlektüre, die es mit großer Wahrscheinlichkeit noch bis in den Herbst hinein schaffen wird:

Ertauscht habe ich mir dann noch zwei weitere Bücher vom Fischer-Verlag

Und ich hatte mal wieder großes Glück bei einer Buchverlosung vom Atlantik Verlag:

Einen Teil der Bücher habe ich sogar schon gelesen, die Rezensionen folgen in den nächsten Tagen.

Frau Schafski

Samstag, 9. Juli 2016

Sind Erinnerungen manipulierbar?

Die 15-jährige Jenny wird Opfer einer brutalen Vergewaltigung. Um ihr eine posttraumatische Belastungsstörung zu ersparen, entscheiden sich ihre Eltern für ein erinnerungsauslöschendes Medikament. Doch der Körper kann nicht vergessen ...

Auch wenn Jennys traumatisches Erlebnis zentral für diesen Roman ist, so steht sie als handelnde Person nicht im Mittelpunkt. Im Gegenteil wählt die Autorin Wendy Walker eine ganz ungewöhnliche Erzählperspektive: Dr. Alan Forrester, der Psychiater. Er behandelt nicht nur Jenny, sondern auch ihre Eltern und weitere für die Handlung wesentliche Personen. In distanziert analysierender Haltung erläutert er dem Leser, was passiert und wie die betroffenen Figuren mit der Tat umgehen. In Zitaten kommen die handelnden Personen jedoch auch immer selbst zu Wort und sprechen über ihre Sicht und ihre Gefühle. Die Tatsache, dass ein medizinisch ausgebildeter Psychiater erzählt, macht seine Angaben glaubhaft, die medizinischen Fakten werden nicht infrage gestellt. Das führt dazu, dass der Roman eher eine Art "Psychogramm", eine Aneinanderreihung von psychotherapeutischen Betrachtungen ist, in der die einzelnen Figuren, ihr Verhalten und ihre Handlungen analysiert werden. Das liest sich nicht immer mühelos, der Leser ist in seiner Aufmerksamkeit voll gefordert, aber gerade das lässt den Psychothriller aus dem sonst häufig so reißerischen Genre herausragen.

Nach und nach verliert Forrester seine objektive professionelle Haltung, wird immer mehr persönlich in die Vorkommnisse hineingezogen. Schließlich wird er selbst zur maßgeblich handelnden Figur, die beginnt, die Fäden zu ziehen und das weitere Geschehen zu manipulieren. Das ist erschreckend, das ist aufwühlend und das ist äußerst spannend zu beobachten. Da der Leser von Forrester immer direkt angesprochen wird, ist er emotional mittendrin in der Geschichte.

Die Katastrophe lässt lange auf sich warten, sodass der Leser schon befürchtet, sie wird nicht mehr kommen. Doch dann geht alles ganz schnell, zu schnell. Da bleiben einige Ungereimtheiten im Storyverlauf ungeklärt. Dennoch wartet der Roman noch mit einer völlig unvorherzusehenden Wendung auf, die einige Fragen letztlich klären kann.

Es bleiben aber auch Fragen offen, die es auch bleiben sollen und den Leser noch eine Weile beschäftigen werden: Was passiert, wenn ein solches einnerungsveränderndes Medikament tatsächlich auf den Markt kommt? Wie viel Macht hat ein Psychiater und lassen sich Erinnerungen manipulieren?
Die Antworten muss jeder für sich selbst finden.

Für mich ein Psychothriller ganz wie er sein muss: psychologisch analysierend, beklemmend und unvorhersehbar.

Hard Facts:
Verlag: FISCHER Scherz
ISBN: 9783651025424
384 Seiten

Frau Schafski

Dienstag, 5. Juli 2016

Neuzugänge im Juli

Wir Bibliophile sind ja schon ein merkwürdiges Volk. Wir horten stapelweise ungelesene Bücher, hegen und pflegen sie manchmal jahrelang, bevor wir sie letztlich in die Hand nehmen, und trotzdem ...
... trotzdem kaufen wir ständig neuen Lesestoff. Vor einer Weile habe ich einen mir völlig unbekannten Buchversand entdeckt, der unter anderem auch Mängelexemplare im Angebot hat. So haben mich diese drei Schätzchen gerade einmal 20 Euro gekostet, der Joel Dicker ist noch dazu ein Hardcover. Saeculum steht schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste - ich bin ein großer Fan des Covers. Und bei Simon Beckett kann man eigentlich nichts falsch machen. 
Bei der nächsten Gelegenheit stelle ich euch dann meinen SuB vor - nur um die Neuzugänge in Verhältnis zu ihren Konkurrenten zu setzen ^_^

Frau Schafski

Sonntag, 3. Juli 2016

Interessante Erzählperspektiven treffen auf voranschleichende Handlung

Ein Mann stirbt und hinterlässt vor seinem Tod zwei Menschen eine Nachricht. Die eine richtet sich an seinen Bruder, sich an denen zu rächen, die ihn und seine Familie auf dem Gewissen haben, die andere ist ein Hilferuf an eine Interpol-Agentin, seinen Tod aufzuklären.

Wenn das nicht gute Voraussetzungen für eine rasante Entwicklung der Handlung sind - doch die hat ihre Längen. Der Autor Mark Roderick lässt Leser und Ermittler eine gefühlte Ewigkeit im Dunkeln tappen, wirft ihnen nur winzige Häppchen vor, die letztlich doch zu keinem Ergebnis führen. Das ist zermürbend und frustrierend - aber realistisch. Komplexe Polizeifälle lösen sich nicht über Nacht, schon gar nicht, wenn es darum geht, einen Serienkiller sowie einen ganzen Händler- und Verbraucherring von Snuff-Videos zu finden.

Ein interessanter Kniff sind die Erzählperspektiven, die sich aus den beiden Empfängern der Nachrichten des Toten ergeben. So folgt der Leser einerseits den illegalen Ermittlungen von Avram, dem Bruder des Toten, der sich selbst privat mehr als in einer Grauzone des Rechts bewegt, und Emilia, der Interpol-Agentin, die auf legalem Weg versucht, den Fall aufzuklären. Daraus ergibt sich ein Wettstreit zwischen der „guten“ und der „bösen“ ermittelnden Instanz und welche von ihnen wohl schneller ans Ziel kommt.

Wer jetzt denkt, auch das ist ein perfektes Grundrezept für eine spannende Handlung, der wird erneut enttäuscht. Denn das ist das große Aber: Realismus hin oder her, der Leser wird einfach zu lange hingehalten, mit Kleinstindizien gefüttert, Grausamkeiten und ungebührlichem Verhalten konfrontiert, ohne dass ihm auch einmal kleine Erfolgserlebnisse in Form von „den Protagonisten voraus sein“ gegönnt werden. Das ist schade, weil es auf Kosten der Spannung und des Mitfieberns geht. Aus den Voraussetzungen hätte der Autor wirklich mehr machen können.

So bleibt leider ein zwar solider, aber nicht überragender Psychothriller, der zwar hinsichtlich der Verbrechen und menschlichen Abgründe grenzwertig ist, jedoch am Ende wenig überraschen kann.

Hard Facts:
FISCHER Taschenbuch
ISBN: 9783596031429
512 Seiten

Es ist bereits der zweite Teil erschienen: "Post Mortem - Zeiten der Asche", ein dritter Teil ist in Planung.

Frau Schafski