Sonntag, 24. Juli 2016

Mörder und Ermittler auf einer einsamen Insel

Auch im zweiten Teil ist David Hunter unterwegs im Auftrag, die Geschichten der Toten zu enthüllen. Ruhelos hetzt er von einem Tatort zum nächsten, vergräbt sich in seiner Arbeit und hat Probleme, seiner Beziehung mit Jenny die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Dieses Mal verschlägt es ihn auf eine einsame, unwirtliche Insel im Norden Schottlands. Dort wurde eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche gefunden. Was zunächst nach einer regulären Expertise aussieht, entpuppt sich zu einem wahrlichen Horrortrip ...

So weit so gut. Samuel Beckett hat ein großes Talent für schaurige Kriminalgeschichten und stimmungsvolle Settings. Denn kaum ist Hunter auf der Insel angekommen, gibt es weitere Vorfälle, weitere Tote, viele Verdächtige. Darüber hinaus zieht ein Sturm herauf, mit dessen Zunahme an Intensität auch die Handlung immer mehr an Fahrt aufnimmt. Der geübte Leser erkennt schnell die Parallelen zwischen den Launen der Natur und ahnt die nächste Katastrophe stets voraus. Das ist gute Unterhaltung und wird selten langweilig. Leider ähnelt der Handlungsverlauf insgesamt zu sehr dem des ersten Teils, sodass schnell verschiedene Geschehnisse vorauszusehen sind. Zu sehr ist der verwöhnte Leser bereits eine unerwartete Wendung aus der Feder Becketts gewohnt. Insofern droht bei der endgültigen Auflösung etwas Enttäuschung, auch wenn Becketts Motivzusammenhänge erneut verstrickt und dabei völlig schlüssig sind.

Fazit: Solider Krimi, der für den Leser als Co-Ermittler kurzweilig ist. Wer bereits den ersten Teil gelesen hat, droht allzu schnell selbst auf die Lösung des Falls zu kommen. Aber es wäre nicht Beckett, wenn er ganz zum Schluss nicht noch ein letztes Ass aus dem Ärmel schütteln würde ;)

Hard Facts:
Band 2 der David-Hunter-Reihe
ISBN: 978-3-499-24195-6
431 Seiten

Frau Schafski

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